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«Erst das Herz macht den Staat zur Heimat»

02.08.2012 Archiv Davoser Zeitung

«Erst das Herz macht den Staat zur Heimat»

Die 1.-August-Feier im Kurpark stiess auf reges Interesse. Neben dem grossen Klangfeuerwerk war die Ansprache von Landammann Hans Peter Michel der zweite Höhepunkt der Grossveranstaltung.

Pascal Spalinger


Schätzungsweise weit über 1000 Personen besuchten die Bundesfeier. Bereits eine Stunde vor Beginn waren Sitzplätze auf dem Gelände des Kurparks rar. Am Ende gab es kaum ein Durchkommen mehr. Einheimische und Gäste liessen sich vom abwechslungsreichen Programm begeistern. Vor allem das wiederum fantastische Klang-feuerwerk erntete mehrfach spontanen Applaus.

 

Dichtung und Wahrheit

Landammann Hans Peter Michel – der seine Reden sonst in Mundart und möglichst frei zu halten pflegt – hielt seine Ansprache aufgrund vieler ausländischer Gäste auf Hochdeutsch und hatte sie akribisch aufgeschrieben. Mit dem Schweizer Nationalstaat verbinde man Begriffe wie Rütlischwur, Wilhelm Tell, Unabhängigkeit oder Freiheit. Bei genauerer Betrachtung zeige sich jedoch, dass Dichtung und Wahrheit auch bei der Gründung der Schweiz nicht immer auseinandergehalten worden seien, stellte Michel in seiner Rede fest. Die Schweiz lebe von dem, was sie heute sei. «Damit wir hier und heute stolz auf unsere Heimat sein können, sind wir aufgefordert, die Werte, die unser Gemeinwesen ausmachen, zu fördern.» Eine Aufgabe des Staates sei beispielsweise die Sicherheit. Nebst einer glaubhaften Landesverteidigung brauche es auch eine funktionierende Polizei. Doch gelte es auch hier, Augenmass zu bewahren.


Heimatgefühl durch Solidarität

Weiter erwähnte Michel, dass Freiheit zwar ein wichtiger Eckpfeiler unserer Gesellschaft, jedoch nicht unbegrenzt sei. Denn grenzenlose Freiheit führe zu Eigennutz, Egoismus und Einsamkeit. Solidarität und Gerechtigkeit seien Verhaltensweisen, die Heimatgefühle erst möglich machen würden. «Was jeder Einzelne von uns Positives tut, macht unsere Schweiz ein ganz klein wenig besser.»


Eine Schweiz mit Verstand

Michel wünscht sich «für die wohl schwieriger werdende Zukunft» eine Schweiz, die weiterhin fleissig sei. Aber auch eine Schweiz mit Verstand. Dabei gehe es nicht nur um Ausbildung, Bildung oder Forschung, sondern auch um Augenmass und gesunden Menschenverstand. Und schliesslich wünscht sich der Landammann eine Schweiz mit Herz. «Herz gegenüber unseren Mitmenschen und uns selbst. Denn erst das Herz macht den Staat zur Heimat.»

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