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pd | Speziell daran sind die zusätzlichen – von E. Hermann persönlich betreuten – Angebote, sogenannte Themen-Wochenenden.
Der Igiser Künstler Edgar Hermann, Jahrgang 1938, hat an der Kunstgewerbeschule St.Gallen von 1954 bis 1958 eine solide Grundausbildung erhalten. Seit 1969 ist er im Churer Rheintal ansässig, seit 1996 widmet er sich voll seiner bevorzugten künstlerischen Tätigkeit, der Ölmalerei. Im Frühjahr 2007 erhielt er einen zweimonatigen Aufenthalt am Istituto Culturale Svizzero in Venedig zugesprochen. Er hat zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland bestritten, unter anderem 2009 in Chiavenna unter dem Patronat des Assessorato Culturale della Città.
Pastoser Duktus
Edgar Hermann pflegt in Öl einen vorwiegend impressionistischen Stil. Er liebt es aber auch, in abstrakter Manier Farben- und Kompositionsstudien zu betreiben. Jahrelang hat er fast ausschliesslich mit dem Spachtel gearbeitet, was seinen Gemälden einen entsprechend pastosen Duktus verleiht. In jüngerer Zeit verwendet er wieder vermehrt Pinsel.
Der Kunstmaler Silvio Giacometti aus der berühmten Bergeller Dynastie war mit Edgar Hermann eng befreundet und hatte bis zu seinem Ableben einen erheblichen Einfluss auf den Künstler.
In der Grüscher Ausstellung gibt Hermann einen Überblick über sein Schaffen der letzten Jahre.
Themen-Wochenende, Kulturschätze fördern
Der Gemälde-Ausstellung überlagert sind «Themen-Wochenenden». In diesen besonderen Aktionen geht es darum, das Bewusstsein für kulturelle Werte zu wecken. Wie in einem Bergwerk kostbare Mineralien, so soll Kostbares aus den Bereichen Bildende Kunst, Schriftstellerei, Dichtung und Fotografie zutage gefördert werden. Fördern nicht so sehr im Sinne der herkömmlichen Kunstförderung mit öffentlichen Mitteln, sondern Förderung im Sinne von aufspüren, zutage (be)fördern, ermuntern, künstlerische Werte ohne akademische Siegel entdecken und ihnen Geltung verschaffen.
1. Kunstsupermarkt, 11./12. Februar
Das erste Ausstellungs-Wochenende beginnt mit der heutigen Vernissage und einer Art Kunst-Supermarkt. Dabei haben die Besucher Gelegenheit, Bilder des Künstlers zu einem reduzierten Preis zu erwerben.
2. Ölmalerei, 18./19. Februar
Hier will der Künstler Sonntagsmaler aus der Reserve locken. Sie werden ermuntert, Gemälde (wenn möglich gerahmt) mitzubringen. Es besteht in beschränktem Mass sogar die Möglichkeit, Gemälde bis zum 11. März auszustellen.
3. Schreibwerkstatt, 25./26. Februar
Wie beim Malen, so gibt es auch in der Schriftstellerei Talente, die verschämt im Verborgenen üben. Und vielleicht noch mehr gibt es solche, die ihre Lebenserfahrungen gerne späteren Generationen vermitteln würden, aber bisher nie den Anstoss dazu erhalten haben. Hermann, selber ein begeisterter «Schreiberling» und als solcher jahrelang bei der Swisscom und als Mitarbeiter der «BüWo» tätig, will sie ermuntern, indem er aus seinem eigenen Schaffen vorliest sowie im gemeinsamen Gespräch die Stoff-Suche, Verarbeitung und Veröffentlichung zu bewältigen hilft. Wer selber auch etwas Eigenes vorlesen möchte, ist dazu herzliche eingeladen.
4. Poeten Treff, 3./4. März
Noch mehr als beim Malen und Schreiben schämen sich viele Leute geradezu ihrer Fabulierlust in Versen. Höchstens zu besonderen Familienanlässen wagen sie es, ihre poetische Ader auszureizen. Dabei gibt es weniges zu beachten – zum Beispiel das Versmass – aber viel Freude zu erleben. Hermann – selber ein leidenschaftlicher und witziger Poet – wird aus einem reichen, eigenen Fundus einige Perlen aufblitzen lassen und möchte damit die Gemüter rühren und erheitern. Ganz besonders aber freut es ihn, wenn verborgene Talente den Mut finden, im trauten Kreis von Gleichgesinnten sich mit eigenen Werken als Poet zu «outen» (oder fremde Werke vorzutragen, die er für besonders wertvoll hält). «Wer weiss, vielleicht finden wir sogar zusammen einen Weg, gelungene Arbeiten zu verbreiten», freut sich Edgar Herrmann auf dieses Themenwochenende.
5. Fotografie, 10./11. März
An diesem Wochenende, das zugleich mit der Finissage der Gemäldeausstellung schliesst, soll auf das Fotografieren ein besonderes Augenmerk gerichtet werden. Auch hier soll der kameradschaftliche Erfahrungsaustausch im Vordergrund stehen. Gerade bei der Fotografie gilt das Motto: «Ein Bild sagt oft mehr als viele Worte.» Daher werden die Teilnehmer ermuntert, eigene gute Schnappschüsse (in präsentabler Form) mitzubringen. Der Aufruf richtet sich ausnahmsweise aber auch an Profis, welche die Gelegenheit benutzen dürfen, den Amateuren Materialien und Techniken näher zu bringen.
Konzeptionelles
Die «Förderaktion» ist in unserer Region neu; ist somit ein Versuch. Wie weit sie Zuspruch findet, muss sich erst erweisen. Als Mindestvariante werden einige Bekanntschaften zwischen Künstlern bleiben, aber auch die Bekanntschaft zwischen Künstlern und dem Kulturzentrum Rosengarten Grüsch. Als Maximalvariante wäre denkbar, dass so viele wertvolle Kulturschätze zutage gefördert werden, dass es sich lohnt, sie in einer Publikation einem breiten Publikum bekannt zu machen.
Kulturhaus Rosengarten, Grüsch, geöffnet Mittwoch, Samstag und Sonntag, 14.00 bis 17.00 Uhr.