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Der Gemeindevorstand Klosters bekam Mitte Januar deutliche Post: Der Anwalt einer Familie, die auf dem Gebiet Christlis einige Parzellen besitzt, teilte mit, dass die Besitzerin nicht gewillt sei, diese enteignen und überbauen zu lassen, sondern das Land dauerhaft grün behalten will. Das ist natürlich Wasser auf die Mühlen der «Christlis»-Gegner geleitet.
Coni Allemann
Über 10000 Quadratmeter Land hat die Mutter der heutigen Eigentümer im Laufe der Jahre erworben – und zwar zu Baulandpreisen. Nichtsdestotrotz hat die langjährige Klosterser Gästefamilie überhaupt nicht im Sinn, aus ihrem Landbesitz Kapital zu schlagen – im Gegenteil. Sie strebt eine Zoneneinteilung an, bei welcher ihr Land dauerhaft grün bleibt, also in die Landwirtschaftszone umgezont wird. Wintersport wie Polo und Langlauf wären damit auf dem umstrittenen Gebiet weiterhin möglich. «Die Eigentümer haben das Land erworben, um es grün zu erhalten und nicht, ums es mit Bauten verstellen zu lassen, deren Notwendigkeit in Zeiten sinkender Schülerzahlen sehr fragwürdig ist», schrieb der Anwalt der Familie in einem Brief an den Gemeindevorstand von Klosters-Serneus.
Notfalls durch alle Instanzen
Falls die Gemeinde das Land in die Zone für öffentliche Bauten und Anlagen umschreiben will, droht den Eigentümern die Enteignung. Doch das könnte in ein juristisches Hickhack ausarten. Schliesslich würden die Eigentümer in diesem Fall den Baulandpreis geltend machen, was die Schulanlage um eine stolze Summe verteuern würde: «Die Gemeinde Klosters wird wohl nicht annehmen, sie könne zuerst die Handänderung zu Baulandpreisen besteuern (Handänderungssteuer, Grundstückgewinnsteuer), anschliessend das Land dem üG (übriges Gemeindegebiet) zuweisen, um es zuletzt wieder im Rahmen einer Zonenplanrevision für eigene Bedürfnisse als Bauland zu Landwirtschaftspreisen zu erwerben. Gegen ein solches Vorhaben würden sich die Grundeigentümer durch alle Instanzen und mit allen Mitteln zur Wehr setzen.»
Motion wurde eingereicht
Dass in der Gemeinde keine Einigkeit über den Standort der geplanten Schulanlage besteht, ist offensichtlich. Während in früheren Jahren ein Projekt «Bild» bestand und dann ein Gesamtschulhaus auf «Christlis» angestrebt wurde, ist der Vorstand im vergangenen Jahr mittels einer Motion, Erstunterzeichner der jetzige Gemeinderatspräsident Georg Valär, beauftragt worden, Alternativstandorte zu eruieren. Doch nicht nur von touristischer Seite hat sich Widerstand gegen das Überbauen einer der letzten grösseren Grünflächen im Ort geregt. Für die Bevölkerung steht dabei die Frage vordringlich im Raum, was bei einem Bau auf «Christlis» mit den bestehenden Anlagen geschehen würde. Die Notwendigkeit der Erstellung zeitgemässen Schulraums und einer Mehrfach-Turnhalle ist dabei eigentlich unumstritten. Dies umso mehr als mit einer Initiative das Erstellen eines Fussballplatzes gefordert wurde, der auch auf dem Standort «Christlis» Platz finden würde. Die Suche nach Alternativen muss schon intensiviert werden, weil das Projekt «Christlis» wenig Chancen hat.
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