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Die Bündner Tourismusreform nach 4 Jahren

18.03.2010 Archiv Klosterser Zeitung

Das Amt für Wirtschaft und Tourismus des Kantons Graubünden hat eine Informationsbroschüre zum Stand des Projekts «Wettbewerbsfähige Strukturen und Aufgabenteilung im Bündner Tourismus» veröffentlicht. Die Broschüre gibt einen umfassenden Einblick in das für die Bündner Tourismuswirtschaft wegweisende Projekt

 

ph/h | Seit der Lancierung des Reformprojektes im Jahr 2006 durch Regierungsrat Hansjörg Trachsel, Vorsteher des Departementes für Volkswirtschaft und Soziales, hat sich auf der touristischen Landkarte vieles bewegt. Die Broschüre zeigt auf, was bis Anfang 2010 durch die Reform erreicht worden ist und gibt einen Überblick über die Destinationsbildung in den einzelnen Talschaften im Kanton. Ausserdem werden die flankierenden Massnahmen der Tourismusreform zusammengefasst. Die Broschüre umfasst insgesamt 48 Seiten und wird an die Tourismusinteressenz aus Politik, Wirtschaft und an sämtliche Tourismusorganisationen im Kanton Graubünden verteilt.

 

Strukturreform erfolgreich umgesetzt


Die Tourismusreform hat die Strukturen und Aufgabenteilung in Graubünden sichtbar verändert. Von den ursprünglich 92 lokalen Verkehrsvereinen sind heute noch rund 20 leistungsfähige Destinationen mit der eigentlichen Marktbearbeitung betraut. Mit gebündelten Mitteln erschliessen sie neue Märkte, kombinieren ihre Leistungen zu innovativen Produkten, um so neue Gäste für den Kanton Graubünden zu gewinnen. Parallel zur Transformation der Marketingorganisationen werden weitere Massnahmen umgesetzt, welche dazu dienen, die Potenziale und Lernerfahrungen optimal auszuschöpfen und die neuen Marketingstrukturen zu festigen. So soll auch eine Qualitätsoffensive für den Bündner Tourismus gestartet werden, welche der grossen Bedeutung des Faktors «Qualität» Rechnung trägt.

 

Vernehmlassung zur neuen Tourismusfinanzierung


Zur Bündner Tourismusreform gehört auch die Einführung einer neuen Tourismus­finanzierung, welche die bisherigen Kurtaxen und kommunalen Tourismusabgaben ersetzen soll. Es liegen zwei Varianten vor: das Tourismusfinanzierungsgesetz (Kantonale Tourismusabgabe) und das Tourismusharmonisierungsgesetz (Rahmengesetz). Zu dieser Vorlage läuft noch bis Ende März 2010 die Vernehmlassung.

 

Davos Klosters Resultat der Reform


Seit zwei Jahren sind Davos und Klosters eine Einheit, mit einem Logo, einer Website und einer Organisation. Die Integration verlief nicht ohne Nebengeräusche. Vor allem brauchte sie Zeit, Mühe und Stillstand bei der Weiterentwicklung. Nun steht die Destination gestärkt im Markt. Seit der Integration der Klosterser Tourismusorganisation in die Davos Destinations-Organisation und dem Auftritt der neuen Organisation als Davos Klosters hat sich die Anzahl der jährlichen Besucher auf der Klosterser Homepage verzehnfacht, von rund 200 000 Clicks auf mehr als 2,8 Millionen. Das wirkte sich bereits im ersten Jahr positiv auf die Anzahl Reservationen übers Internet aus. Weiter profitierte Klosters von etlichen neuen Leistungen, besonders wenn der Name der Destination an Veranstaltugen wie WEF, HCD, Davos Nordic usw. mitgetragen wird. Die Ängste, vom grossen Nachbar verschluckt zu werden, haben sich nicht bestätigt. Die Zustimmung zum Zusammenschluss fiel im Oktober und November in Klosters und Davos jeweils einstimmig. Weil Davos Tourismus aus geschichtlichen Gründen auch Immobilien und Grundstücke besitzt und mehrere nicht-touristisch tätige Tochtergesellschaften hat, kam eine Fusion der beiden ungleichen Partner nicht infrage. Stattdessen übergab Klosters Tourismus ein Mandat mit allen touristischen Aufgaben an die Davos Destinations-Organisation. Der Verein Klosters Tourismus besteht weiterhin, ist Botschafter am Ort, wirkt bei lokalen Veranstaltungen mit und nimmt strategische Aufgaben für Klosters wahr. Insbesondere überwacht der Vorstand von Klosters Tourismus den Leistungsauftrag der Destinations-Organisation. Dass Davos und Klosters zusammengehören, war den Gästen und Leis­tungsträgern schon länger klar. Die beiden Orte arbeiteten schon seit Jahren eng zusammen und haben die gleiche touristische Geschichte. Die Bergbahnen haben das Zusammengehen vorweggenommen. Der Zusammenschluss wäre nach Reto Branschi, CEO von Davos Klosters, früher oder später auch ohne Unterstützung des Kantons erfolgt. Nur, so ging alles eben viel schneller. Auch die Präsidentin von Klosters Tourismus streicht in ihrem Votum die Vorteile, die die Destinationsbildung für Klosters gebracht hat, hervor. «Wir können nun vorteilhafte Marketing- und Verkaufskanäle nutzen, die uns vorher so nicht zur Verfügung standen.» Sie stellt aber auch fest, dass eine solche Integration auch mit Emotionen verbunden ist und es Zeit braucht, bis sie überall akzeptiert ist. Die Individualität bleibt!

 

Broschüre kostenlos erhältlich


Die Broschüre steht im Internet unter www.awt.gr.ch unter der Rubrik «Themen/Projekte – Bündner Touris-
musreform» zum Download bereit oder kann direkt beim Amt für Wirtschaft und Tourismus, Grabenstrasse 1, 7001 Chur (Telefon 081 257 23 42 oder info@awt.gr.ch) kostenlos bestellt werden.

 


Hier gelangen Sie zur gesamten "KZ" PDF-Ausgabe: PDF-Ausgabe


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