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keine Webcamdaten vorhanden!
Die kürzlich von Graubünden Ferien veröffentlichte Statistik der Hotel-übernachtungen im Monat März 2009 hat für Überraschungen gesorgt. Klosters und Davos weisen für die Zeit vom 1. November 2008 bis zum 31. März 2009 einen Rückgang an Logiernächten in der Hotellerie von 27 bzw. 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf. Wir analysierten die Zahlen mit dem Präsidenten des Hoteliervereins Klosters.
Johannes Haltiner
Der monatlich erscheinende Tourismusreport wird von Graubünden Ferien, dem Hotelierverein Graubünden und den Bergbahnen Graubünden herausgegeben und fusst auf den Angaben des Bundesamtes für Statistik. Jeder Betrieb, welcher als Unternehmung im Bundes-Unternehmungsregister BUR registriert ist, muss monatlich seine Beherbergungsdaten an das Bundesamt für Statistik nach Bern liefern. Für die Parahotellerie werden seit 2003 keine vollständigen Daten vom BfS mehr erfasst. Deshalb fehlen diese Angaben weitgehend. Eine andere Methode zur Feststellung der erzielten Logiernächte in der Hotellerie wie auch in der Parahotellerie ergibt sich aus der Kurtaxenabrechnung, über die aber nur die örtlichen Kurvereine – im Falle von Klosters und Davos die Destinations-Organisation – verfügen. Vergleiche haben ergeben, dass zwischen diesen beiden Erhebungsmethoden beträchtliche Unterschiede zutage treten. Dabei ist nicht etwa die bei den Kurtaxen gemeldete Zahl kleiner als diejenige im Statistikformular, sondern eher umgekehrt.
Wie eingangs erwähnt, weist der Tourismusreport per Ende März einen massiven Einbruch der Logiernächtezahlen in Klosters und Davos aus. Dieser Einbruch ist auf eine Verkettung von Unterschieden zum Vorjahr zurückzuführen. Zum einen sind im März 2008 die Ostertage (bis und mit Ostersonntag) miteinbezogen. Ein endgültiger Vergleich mit dem Vorjahr in Bezug auf den Verlauf der Wintersaison kann erst angestellt werden, wenn auch die Zahlen für den April vorliegen.
Der Winter 2007/2008 darf als ausserordentlich vorteilhaft für die Bündner Ferienorte bezeichnet werden. Zum einen profitierten die höher gelegenen Destinationen davon, dass im Unterland kaum Schnee lag. Das war im vergangenen Winter völlig anders, verzeichneten doch Skigebiete in tieferen Lagen Betriebstage wie schon lange nicht mehr. Dann kam hinzu, dass die Osterfeiertage erst Mitte April waren, was schon immer zu einem «Loch» in der zweiten Märzhälfte führte. In Klosters schlossen zwei Betriebe bereits am 29. März. Von diesen fehlten die zwei Tage und andere litten unter den kurzfristigen Absagen von Gästen wegen der unplanmässigen Schliessung der Madrisabahn.
Ebenfalls fraglich ist, ob die im Tourismusreport ausgewiesene prozentuale Auslastung der Fremdenbetten in der Hotellerie so zutrifft. Die Statis-tik geht dabei für Klosters von 1715 Betten aus, was dann zu Auslastungszahlen von 39 Prozent im Dezember, 52 Prozent im Januar, 68 Prozent im Februar und 48 Prozent im März führt. Damit rangiert Klosters jeweils im untersten Segment aller grösseren Fremdenverkehrsorte des Kantons.
Die andere Statistik
Wie uns Christian Erpenbeck, Hotelier des Silvretta Parkhotels und Präsident des Hoteliervereins Klosters in einem Gespräch zu wissen gab, zeigt die Statistik von Davos Klos-ters Tourismus ein etwas anderes Bild. Im Winter 2008/2009 (1. 11. 2008 bis 30. 4. 2009) werden für die Klosterser Hotels 122 536 Logiernächte ausgewiesen. Im Vorwinter waren es 135 318 und im Winter 2006/2007 127 798 LN. Das sind gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang von 9,45 Prozenten oder gegenüber dem Winter 2006/2007 von 4 Prozenten. Weit weg vom Horrorszenario von 27 Prozenten!
Ähnliches lässt sich von der Davoser Hotellerie sagen. Dort beträgt der Rückgang nach Berücksichtigung des Aprils noch etwa 5,6 Prozente. Wenn man berücksichtigt, dass vor allem die englischen Gäste, die für die Klosterser und Davoser Hotellerie einen bedeutenden Anteil ausmachen, wegen der Pfundschwäche in der zweiten Winterhälfte teilweise ausblieben, so verbleibt auf dem Konto der Finanzkrise nur noch wenig.
Verhaltener Optimismus für die Zukunft
Christian Erpenbeck sieht der kommenden Sommersaison zuversichtlich entgegen. Die ausgehandelte Vereinbarung für das «All Inclusiv»-Angebot wird eine positive Auswirkung haben. Der im Sommer für die Hotellerie unabdingbare Bus-Tourismus scheint sich gut anzulassen, zumal das grösste Segment, die Senioren, noch wenig von der Finanzkrise betroffen ist. Etwas schwieriger schätzt er die Situation für den kommenden Winter ein. Vor allem die Währungssituation mit dem schwachen englischen Pfund und den relativ tief angesetzten Dollar und Euro wird zu Verminderungen im Ertrag führen, weil die Preise ebenfalls angepasst werden müssen.
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