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Der Realisierung der «Mühlehof»-Überbauung steht nichts mehr im Wege. Wie die Gemeinde gestern in einer Medienmitteilung verkündete, will sie die Baubewilligung für die vier Mehrfamilienhäuser nicht widerrufen. Im kommenden Frühjahr soll mit den Arbeiten begonnen werden.
Marlène Clemenz
Die Gemeinde Davos gibt ihren jahrelangen Kampf um die Sicherstellung des Klinikbetriebs im «Valbella» auf. Zuletzt hatte sie mit einer Sistierung der Baubewilligung der im April 2008 genehmigten «Mühlehof»-Überbauung sowie dem Erlass eines Baustopps versucht, eine nachhaltige Nutzung des Klinikgebäudes zu erreichen. Dies, nachdem bekannt wurde, dass die Alpine Kinderklinik Davos aus Gründen der Statik nicht in die Valbella-Klinik zieht. Denn nur aufgrund des Mietvertrags, den die AKD mit der «Valbella»-Besitzerin SPI Real Estate AG abgeschlossen hatte, genehmigte die Gemeinde das Bauvorhaben auf der Klinik-Dépendance «Mühlehof», welche der Pax Wohnbauten AG gehört. Damit wollte die Behörde die Möglichkeit geben, die Valbella-Klinik mithilfe der 4 Mehrfamilienhäuser à insgesamt 42 Eigentumswohnungen querzufinanzieren.
Niederlage vor Gericht
Das Bündner Verwaltungsgericht hat die Gemeinde Anfang September allerdings in die Schranken gewiesen und die sofortige Aufhebung des Baustopps angeordnet («DZ» vom 23. Oktober, www.budag.ch). Daraufhin liess der Kleine Landrat eingehend Chancen und Risiken eines Widerrufs der Baubewilligung «Mühlehof» überprüfen. Die Gegenpartei – die Suisse Promotion Immobilien AG, welche im Auftrag der Pax Wohnbauten AG die Projektplanung «Mühlehof» durchgeführt und gegen den Baustopp beim Bündner Verwaltungsgericht Beschwerde eingereicht hatte – drohte daraufhin mit einer Schadenersatzklage in einer Höhe von rund 11 Millionen Franken.
Bedauern der Behörde
Aus diesem Grund und weil ein Rückzug der Baubewilligung kaum einer richterlichen Überprüfung standhalten würde, sieht die Gemeinde von einem Widerruf ab, wie sie in ihrer Medienmitteilung schreibt. Unter diesen Umständen sei ein solcher nicht zu verantworten, zumal es höchst unwahrscheinlich sei, dass mit einem Widerruf die ursprünglich angestrebte Quersubventionierung der Valbella-Klinik erreicht werden könne. Der Kleine Landrat bedauere, so in der Mitteilung weiter, dass trotz des grossen Engagements der Davoser Behörde die Sicherstellung des Klinikbetriebs nicht habe umgesetzt werden können. Reto Dürst, Vorsteher des Hochbaudepartements, war vor Redaktionsschluss für eine ausführlichere Stellungnahme nicht erreichbar.
Vor dem Bundesgericht hängig bleibt das Verfahren betreffend Entrichtung der Lenkungsabgaben für Zweitwohnungen.
50-Millionen-Projekt
Im kommenden Frühjahr soll nun das Gebäude «Mühlehof», welches vormalig als Personalhaus der Klinik-Mitarbeiter gedient hat, abgerissen und mit der Realisierung der Wohnüberbauung begonnen werden, wie Manfred Löer, Verwaltungsratspräsident der SPI Real Estate AG sowie der Suisse Promotion Immobilien AG, erklärte. Seines Wissens seien jegwelche privatrechtlichen Streitigkeiten aus dem Weg geräumt.
Was die Einwände des Heimatmuseums angehen würde, so Präsidentin Elisabeth Mani-Heldstab, habe man sich einigen können. Das nun auch in Form eines Planes dokumentierte Servitut auf betreffender Parzelle des Heimatmuseums warte allerdings noch auf dem Grundbuchamt darauf, von beiden Parteien unterzeichnet zu werden. Am Vorhaben, die Valbella-Klinik abzureissen und für rund 50 Millionen Franken ein Aparthotel mit 120 Betten zu erstellen, hält die SPI Real Estate AG fest, so Löer. Das Baugesuch werde demnächst eingereicht.
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