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gü. Seit Montag bis inklusive 6. Januar 2009 ist der Verein Pro Flüela zuständig für die Offenhaltung des Flüelapasses. Ohne den Einsatz des Vereins wäre die wichtige Verkehrsverbindung von Davos ins Engadin bereits geschlossen. Am Freitag hat die Generalversammlung des Vereins stattgefunden.
Im Zusammenhang mit dem Jahresbericht versicherte Leo Koch, dass die drei Monate längere Öffnung des Flüelapasses über Weihnachten / Neujahr und ab 1. Mai von Einheimischen und Gästen sehr geschätzt werde: Alleine im Mai hätten rund 50000 Fahrzeuge die Passstrasse passiert. Er liess keine Zweifel daran offen, dass es zur verlängerten Offenhaltung des Passes diese private Initiative brauche. «Die Regierung hätte heuer den Flüela bereits beim ersten Schneefall, also vor rund 10 Tagen geschlossen», versicherte Leo Koch.
Dieses Frühjahr konnte der Pass dank grossem Einsatz auf Pfingstsonntag geöffnet werden. Auf dem Pass und der Nordseite lagen 2,5 Meter Schnee. Allein auf der Südseite des Passes galt es, 44 Lawinenzüge zu sprengen. Bei allen Bemühungen stand die Sicherheit stets an erster Stelle. Für diesen Erfolg dankte Leo Koch der Räumungsfirma Mayolani sowie dem Sicherheitsverantwortlichen Jürg Rocco.
Auf das unter dem Patronat von Davos Destinations-Management stehende BMW-Fahrtraining angesprochen, trat Leo Koch der irrigen Meinung entgegen, dass nach diesem «Event» die ganze Strasse vom Schnee geräumt sei: Zum einen pflege es auch nach dem Fahrtraining für gewöhnlich noch zu schneien, und zum anderen habe der Pass auch noch eine Südseite. Und letztlich handle es sich ja gerade um ein Fahrtraining auf Schnee.
Alle profitieren…
Vom Angebot der verlängerten Offenhaltung profitieren nebst unzähligen Privatfahrzeugen namentlich auch professionelle Transporteure, versicherte Kassier Hans Angerer. Viele davon seien Mitglied bei «Pro Flüela» und würden so mit einem Teil ihrer Einsparungen bei den Transportkosten auch zur Offenhaltung des Passes beitragen.
…nicht alle zahlen
Stossend sei indessen, dass ausgerechnet einer der beiden ortsansässigen Grossverteiler zwar täglich den Flüela mit schweren Lastwagen befahre, sich aber bisher nicht entschliessen konnte, den Verein auch finanziell zu unterstützen.
«Pro Flüela» sei aber weiterhin dringend auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Ausser den Beiträgen des Kantons von Fr. 80000.– und der Gemeinde Davos von Fr. 35000.– sowie den ca. 600 Mitgliedern müssen für die derzeitigen festen Kosten von Fr. 150000.– jährlich noch zusätzliche Fr. 35000.– eingebracht werden.
Ausgeglichene Rechnung
Dass dies gelungen sei und sich die Jahresrechnung bei Ausgaben und Einnahmen von je rund Fr. 150000.– wiederum ausgeglichen präsentiere, sei unter anderem auf die Grosszügigkeit der Mitglieder zurückzuführen, erklärte Kassier Hans Angerer: «Viele bezahlen nicht nur den regulären Mitgliederbeitrag von bescheidenen Fr. 20.–, sondern überweisen Fr. 50.– oder Fr. 100.–.» So resultierte schliesslich (mit einem Saldovortrag von Fr. 16400.–) ein Kassasaldo von Fr. 17800.–.
Und die Südseite zahle jetzt ebenfalls Fr. 10000.– betonte Präsident Leo Koch. Zudem sei es gelungen, nun auch Grossräte der Südseite «ins Boot» zu holen, sodass man wieder zuversichtlich in die Zukunft blicken könne.
Herausforderung und Zuversicht
Im nächsten Herbst müssen die Verträge mit den grösseren Sponsoren und mit den Schneeräumungsfirmen neu ausgehandelt werden. Der – einstimmig bestätigte – bisherige Vorstand erklärte sich bereit, diese Aufgabe zu übernehmen und ab 2009 weitere 5 Jahre tätig zu sein. Dies unter der Voraussetzung, dass die nötige Finanzierung wie bis anhin gelinge. Neu in den Vorstand gewählt wurde Dr. med. dent. Matthias Keller.
Nur gemeinsam stark
«Grossen Dank» richtete Leo Koch an alle Vereinsmitglieder für ihre Treue, an den Kanton mit Regierungspräsident Stefan Engler, die Gemeinde Davos, die Vereinigung PEB Unterengadin, die Gemeinden Zernez und Val Müstair und die Tiefbauämter Nord und Süd sowie an alle Sponsoren, vorab Hotel-Gastro, Handel und Gewerbe Davos und den TCS Davos/Prättigau. «Nur gemeinsam werden wir es schaffen, dass der Flüelapass noch weitere Jahre eine 3 Monate längere Winteröffnung hat», betonte der «Flüelapapst» abschliessend. Nebst einer Mitgliedschaft sei es deshalb wichtig, auch den Kleber «Pro Flüela» am Auto anzubringen. Es bräuche jede Art von Unterstützung.
Landrat Christian Stiffler überbrachte den Dank der Gemeinde Davos, und Grossrat Heinz Kessler sicherte dem Verein in Vertretung des Präsidenten, Jürg Zürcher, die Unterstützung durch Hotel-Gastro Davos zu. Hotel-Gastro Davos wird «Pro Flüela» für die nächsten fünf Jahre mit einem regelmässig wiederkehrenden Beitrag von Fr. 3000.– unterstützen.
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