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Zukunft mit «Knacknüssen»

03.05.2010 Archiv Davoser Zeitung

Das Spital Davos hat den Geschäftsbericht 2009 präsentiert. Die Jahresrechnung schliesst bei einem Ertrag von rund 35 Millionen Franken mit einem Aufwandüberschuss von knapp 2,6 Millionen Franken und damit um 529000 Franken besser als budgetiert. Nun gilt es, sich auf die vom Bund beschlossene neue Pflege- sowie Spitalfinanzierung vorzubereiten.

 

Marlène Clemenz

 

«2009 hat das Spital Davos eine gute Auslastung gehabt. Vor allem in den Monaten Januar, März und Oktober war sie sehr hoch», hält die Spitalleitung in ihrem Geschäftsbericht fest. In Zahlen: 2653 Patienten wurden im vergangenen Jahr während durchschnittlich 10,5 Tagen im Spital Davos behandelt. Die total 88 Betten in Spital und Pflegeheim waren im Jahresdurchschnitt zu 85,3 Prozent und damit im gleichen Rahmen wie 2008 belegt. Im Vergleich zum Vorjahr weniger gefordert war der Rettungsdienst. Mit total 1301 Fahrten musste er 146 Mal weniger ausrücken.

 

Namhafte Lohnteuerung

 

Die Jahresrechnung des Spitals Davos schliesst bei einem Ertrag von rund 35 Millionen Franken mit einem Aufwandüberschuss von knapp 2,6 Millionen Franken. Damit präsentiert sich das Ergebnis um 529000 Franken besser als budgetiert. Dass das Defizit um fast eine Million Franken höher ausfällt als im Vorjahr, ist zum grössten Teil den Kostensteigerungen bei den Gehältern und Sozialleistungen zuzuschreiben. Teuerungsausgleich, Lohnstufenanstieg und Lohnanpassung ergeben fürs Jahr 2009 insgesamt eine Lohnteuerung von 3,7 Prozent, sprich rund 800000 Franken. Zuzüglich des ausserordentlichen Aufwands von knapp 390000 Franken, die sich aus verschiedenen Nachzahlungen ergeben, entfallen auf die Trägergemeinden Davos und Schmitten Kosten von rund 3 Millionen beziehungsweise 38500 Franken. «Herausragend», wie es die Spitalleitung bezeichnet: Aus dem Nachlass einer Davoserin erhielten Spital und Pflegeheim je rund 412300 Franken. Die Schenkung wird in den Spital- und Pflegeheimfonds eingelegt.

 

«Eine Erfolgsgeschichte»

 

Zu den organisatorischen Hauptthemen 2009 zählten die Vorbereitungen für die Integration der Spitex auf den 1. Januar 2010 sowie der Neuaufbau der Pädiatrie. Diese Neubesetzung der Kinderarztstelle per 1. Januar 2009 sei eine Erfolgsgeschichte, schreibt Peter Engler, Präsident der Spitalkommission. «Dank der guten Arbeit der leitenden Ärztin Dagmar Schmitt wird dieses Angebot schon so stark genutzt, dass die Kapazitätsgrenze erreicht ist und personelle Unterstützung gesucht werden muss.» Weniger Erfreuliches trug sich Ende des Geschäftsjahres mit der sofortigen Freistellung und späteren Kündigung des Chefarztes Innere Medizin, Gregor Niedermaier, zu. Engler: «Die Spitalkommission bedauert diesen Entscheid sehr, darf aber heute sagen, dass dies nach Abwägen aller Faktoren das einzig richtige Vorgehen war, um einen geordneten und ruhigen Arbeitsablauf im Spital zu gewährleisten.» Wer die Nachfolge Niedermaiers, der seit 2004 am Spital Davos tätig war, antreten soll, steht derzeit noch nicht fest.

 

Umfassende Überprüfung

 

Die künftig wohl grösste Herausforderung fürs Spital Davos liegt in der Finanzierung. Als «Knacknüsse» bezeichnet Engler die vom Bund mit der neuen Pflege- sowie Spitalfinanzierung per Anfang 2011 beziehungsweise 2012 beschlossenen Neustrukturierung der Finanzströme. Als Vorbereitung zu diesen Umstellungen, welche zusätzliche Kosten für die Trägerschaften bedeuten, möchten Spitalkommission und Kleiner Landrat Organisation und Wirtschaftlichkeit des Spitals Davos überprüfen lassen. Gleichzeitig soll abgeklärt werden, ob die heutige Form der öffentlich-rechtlichen Trägerschaft noch zeitgemäss ist und den künftigen Anforderungen genügen kann. Weitere Infos unter www.spitaldavos.ch.


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