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Optimistisch in die Zukunft

16.04.2012 Archiv Davoser Zeitung

Optimistisch in die Zukunft

Krise und Euroschwäche zum Trotz sind die Davos Klosters Bergbahnen (DKM) flotten Schrittes unterwegs in die Zukunft. Laufende Akquisitionen und neue Projekte zeugen von der Vorwärtsstrategie.

 Gerade in diesen Tagen übernehmen die DKM das Davoser Hotel «Crystal».


Andreas Frei


Spekuliert worden war schon lange, nun ist es gewiss: Die Davos Klosters Mountains übernehmen das Hotel «Crystal» in Davos Platz. Damit bauen die Bergbahnen ihre Position als Hoteleigentümer weiter aus. 19 Häuser aus den verschiedensten Segmenten sind es derzeit laut der Internetpräsenz mountainhotels.ch schon. Darunter auch bekannte Traditionshäuser wie das «Flüela», der «Davoserhof», «Ochsen» und «Ochsen 2» oder das «Montana».


Position ausbauen


Nun kommt mit dem «Crystal» ein weiteres Haus dazu. Klaus May von den Davos Klosters Bergbahnen bestätigte auf Anfrage, dass die Übernahme in dieser Woche erfolgen wird. Mit der Übernahme bekräftigten die DKM ihr Bekenntnis zur lokalen Hotellerie. «Es ist im Interesse aller, dass in Davos die Hotels erhalten bleiben. Das betrifft uns Bergbahnen in ganz besonderem Masse», sagt May. Man dürfe beim Angebot nicht nur das Bergbahngeschäft im Auge haben, sondern müsse auch dafür sorgen, dass die Gäste ein angemessenes Hotel- und Gastronomieangebot vorfinden würden. Man wolle unbedingt verhindern, dass Hotels geschlossen und umgenutzt würden – schlimmstenfalls in Zweitwohnungen.
Nach der Annahme der Zweitwohnungsinitiative ist diese Gefahr gebannt. Bedeutet dies, dass die DKM sich nun allenfalls vom einen oder anderen Haus trennen werden? May verneint: «Unserer Strategie liegen keine kurzfristigen Gewinninteressen zugrunde.» Es habe in der Vergangenheit entsprechende Angebote gegeben, auf die seien die DKM allerdings nicht eingegangen.


Ruhigere Gangart nach 29 Jahren


Franz Wallner, seit 29 Jahren Hotelier im «Crystal», bestätigte den Verkauf an die DKM, über den Preis sei Stillschweigen vereinbart worden. Der Betrieb eines Hotels bringe naturgemäss sehr grosse Präsenzzeiten mit sich. Nun hätten seine Frau und er sich altershalber etwas zurücknehmen wollen. «Wir bleiben dem ‹Crystal› allerdings erhalten. Wir werden das Restaurant pachten und weiterhin betreiben», sagt Wallner. Er freue sich darüber, auf diese Weise mit den zahlreichen Stammgästen des Hauses weiterhin in Kontakt bleiben zu können. Für die Gäste werde sich durch die Übernahme ohnehin kaum etwas ändern, betonten sowohl Wallner als auch May.


«Flüela»: alles offen


Die Einkaufstour der DKM hält schon eine ganze Weile an. Letztes Jahr überraschten die Bergbahnen Davos mit dem Kauf des traditionsreichen 5-Stern-Hauses «Flüela» im Dorf. Auch dieser Kauf war damit begründet worden, eine Umnutzung des Hotels in Zweitwohnungen verhindern zu wollen.
Unklar ist indes nach wie vor, wie es mit dem hochklassigen Hotel weitergeht. Es war sowohl vom Weiterbetrieb durch die Bergbahnen als auch von einer Übernahme durch einen Pächter die Rede. Klaus May sprach gegenüber der DZ auch von der Möglichkeit, das Hotel um einen Stern zurückstufen zu lassen. Sogar ein Weiterverkauf ging durch die Gerüchteküche.
An diesen Möglichkeiten habe sich inzwischen noch nichts geändert, ein Entschluss sei noch nicht gefallen. Man wolle erst das Ende der Saison abwarten. Die Verantwortlichen würden sich gegenwärtig mit der Frage beschäftigen. Ein Entscheid sei in absehbarer Zeit zu erwarten, so May.


Überbauung im Dorf


Doch nicht nur im Bereich der Hotellerie behält die DKM ihr flottes Marschtempo bei. Auch mit dem Projekt einer Überbauung aus drei Mehrfamilienhäusern beim ehemaligen Pistenende der Parsenn-Talabfahrt soll es bald vorwärts gehen. In den drei Neubauten sollen gut 30 bewirtschaftete Wohnungen entstehen.
Das Vorhaben wurde an der Gemeindeversammlung der Fraktion Dorf letzte Woche kurz angesprochen. Laut Fraktions-Gemeindepräsidentin Iris Hoffmann-Stiffler sei ursprüng-
lich davon die Rede gewesen, das Vorhaben bereits in diesem Jahr in Angriff zu nehmen. Damit dies geschehen könne, müsse allerdings zuerst ein Landabtausch zwischen der Fraktionsgemeinde und den DKM vorgenommen werden. Über einen solchen habe eine ausserordentliche Gemeindeversammlung zu entscheiden. Die DKM hätten sich aber einstweilen nicht mehr gemeldet, heisst es im Jahresbericht der Präsidentin.

 

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