| MO 20.05.2013 | ||||||||
|
|
|||||||
| MO 20.05.2013 | ||||||||
|
|
|||||||
| DI 21.05.2013 | ||||||||
|
|
|||||||
| DI 21.05.2013 | ||||||||
|
|
|||||||
keine Webcamdaten vorhanden!
Vor gerade einem Monat hatte die Stiftung Alpine Kinderklinik (AKD) ihr letztes Tafelsilber in Form der Liegen-schaften an der Scalettastrasse veräussert und vollmundig erklärt, dass nun wieder «Spatzung» vorhanden sei. Nun lanciert sie auf ihrer Website einen Spendenaufruf mit dem Hinweis, dass die Klinik sonst in wenigen Wochen konkursit sei.
Barbara Gassler
Wer die Ereignisse rund um die AKD im letzten Jahr verfolgte, kann ob diesem dringenden Finanzbedarf nicht wirklich überrascht sein. Auch der vom Stiftungsratspräsidenten der AKD, Dr. Luzius Schmid, immer wieder geäusserten Zuversicht, dass es nun gelinge, mag man nicht mehr folgen. Plante man vor gut einem Jahr noch das Alexanderhaus zu kaufen («DZ» vom 6. Januar 2009 www.davoserzeitung.ch), so hat man inzwischen das «Tafelsilber» an der Scalettastrasse für runde 10,5 Millionen Franken an verschiedene Käufer veräussert («DZ» vom 8. Ja-nuar und 5. Februar 2010). Ob man damit dem erklärten Ziel, nämlich der Wiedereröffnung einer überlebensfähigen Klinik einen Schritt nähergekommen ist, darf ernsthaft bezweifelt werden. Denn einerseits musste der Verkaufserlös bereits für die Tilgung aufgelaufener Schulden verwendet werden, andererseits sind bereits wieder Zahlungen ausstehend. Einnahmen können auf der anderen Seite erst wieder generiert werden, wenn denn wieder eine Betriebsbewilligung vorliegt. Um diese zu erlangen, muss zwingend der Nachweis eines geordneten Betriebes erbracht werden. Dazu gehört nicht nur die entsprechende Fachkompetenz und Betreuung, sondern auch die Finanzierung für mindestens ein Viertel- bis ein halbes Jahr vorweisen zu können. Sollten die jetzt so dringend gesuchten 3 Millionen Franken also dazu dienen?
Betriebsbewilligung
Selbst wenn dieser Betrag noch aufgetrieben werden könnte, bleibt es weiterhin sehr fraglich, ob die Betriebsbewilligung erteilt werden könnte. Denn schon jetzt scheint man bei der AKD die anstehenden Verpflichtungen nur sehr mühsam decken zu können. Erste Leidtragende dabei sind die Mitarbeiter, deren Löhne unregelmässig und mit Verspätung ausbezahlt werden. Was sofort zur Frage führt, wie viel Geld da noch für einen möglicherweise notwendigen Sozialplan vorzuliegen vermag. Wäre es da nicht ehrlicher gewesen, die Klinik unmittelbar mit dem Verkauf der letzten Liegenschaft zu schliessen und mit dem Erlös die ausstehenden Verbindlichkeiten zu regeln? Denn, so viel ist sicher, mit jedem neuen Tag, an dem die einkunftslose AKD geöffnet hält, steigt auch der Schuldenberg.
Andere Interessen?
Dass bei der Stiftung AKD so eisern an der Wiedereröffnung festgehalten wird, und dabei scheinbar alle betriebswirtschaftlichen Regeln ignoriert werden, führt zwingend zur Frage, ob möglicherweise Interessen dahinterstehen, die nichts mit einem Klinikbetrieb AKD zu tun haben. Zumindest das Argument Arbeitsplätze für Davos erhalten zu wollen, vermag angesichts der schleppenden Lohnzahlungen nicht zu überzeugen. Denn während sich die AKD ohne Einkünfte und Mittel durch das Jahr schleppte, blieb man andernorts nicht untätig. So gibt es inzwischen zumindest bei zwei der von der AKD anvisierten Geschäftsfeldern, einerseits Patienten mit Cystischer Fibrose, andererseits solche mit allergischen Leiden, in der Allergieklinik für Kinder- und Jugendliche an der Hochgebirgsklinik Davos im Wolfgang eine valable und funktionierende Alternative. Und auch aufseiten des Vermieters des Alexanderhauses bereitet man sich bereits auf eine Zeit nach der AKD vor.
Rückzahlung
Einziger Lichtblick ist im Moment, dass die im Zusammenhang mit einem abgebrochenen Verkauf einer Liegenschaft an das Global Risk Forum geschuldeten 300000 Franken vollumfänglich an dieses zurückbezahlt wurden. Gemäss aktuellem Betreibungsregister verbleiben damit noch Schulden von gut 1 Million Franken.
Hier gelangen Sie zur gesamten "DZ" PDF-Ausgabe: PDF-Ausgabe
Sichern Sie sich hier Ihr Online-Abonnement: Abobestellung