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Das Gemeindehaus der Fraktionsgemeinde Davos Dorf, die «Villa Vecchia», ist diesen Sommer einer umfassenden Renovation unterzogen worden. Nun zeigt sich das markante, geschichtsträchtige Gebäude und dessen Umgebung in neuem Glanz. Alle Arbeiten, die vom Frühjahr bis Ende September dauerten, wurden von einheimischen Unternehmern ausgeführt
Thomas Günter
Das heutige Gemeindehaus wurde in den Jahren 1633 bis 1634 als oberes Jenatschhaus von Oberst Georg Jenatsch erbaut. Davon zeugt das über dem Eingangsportal angebrachte Wappen der «Buol-Jenatsch» aus dem Jahre 1634. 1886 wurde das Gebäude aufgestockt und zur «Pension Villa Vecchia» umgebaut.
«Mit Liebe gestaltet»
Vor rund 55 Jahren erfolgte ein vereinfachender Umbau zum Gemeindehaus der Fraktion Davos Dorf. Dabei wurden die grossen südwestseitigen Balkone entfernt und das Gebäude zum markanten Herrenhaus umgestaltet. Heute beherbergt die Baute nebst verschiedenen Sälen vier preisgünstige Wohnungen. Der zweite Umbau der Jahre 1954/55 wurde in der «Davoser Revue» vom Juni 1955 beschrieben: «Alles an diesem Hause (...) ist mit Liebe gestaltet, mit feinem Geschmack und in wohlabgewogener Harmonie des Alten und des Neuen.» Dieser Grundsatz, so Fraktionsgemeindepräsident Jeremias Janki und Architekt Martin Stöhr, sollte auch der nun abgeschlossenen, umfassenden Renovation Leitlinie sein.
Behindertengerechter Zugang
Von aussen sticht vorab die Fassadenrenovation und der mit Pflastersteinen neu gestaltete Zugang ohne Stufen und Absätze ins Auge. Das historische Gebäude, nun von Putzschäden und Rissen im Mauerwerk befreit, wird damit für ältere Personen oder für Behinderte leicht zugänglich.
Die Verbesserungen im Inneren des Hauses betreffen den Gemeindesaal und zwei Vereinsräume. Ersterer verfügt neu über eine Lüftungsanlage und einen Möbelstauraum. So müssen die Stühle und Tische, welche neu angeschafft wurden, nicht mehr länger in einer Ecke des Saals gestapelt werden. Den Benutzern steht zudem neu auch eine moderne Audio- und Videoanlage zur Verfügung. In die historische Kassettendecke wurde früher bereits eine moderne Lichtanlage eingebaut.
Aufwendiger gestaltete sich demgegenüber unerwarteterweise die Renovation des (grösseren) Vereinssaales: Dort mussten die unsicheren Tragkonstruktionen der einsturzgefährdeten Decke entfernt und neu aufgebaut werden. Den Saal ziert nun die gleiche, mit moderner Beleuchtung ausgestattete, Kassettendecke, welche auch den Gemeindesaal prägt. Passend dazu ist das – bislang von Linoleum verdeckte – schlichte Riemenparkett in Buche restauriert worden.
Energetische Massnahmen
Weniger augenfällig sind demgegenüber die realisierten energetischen Sanierungsmassnahmen wie die Wärmedämmung der Nordfassade oder des Daches, das in den vergangenen Jahren immer wieder vereist ist, wodurch Passanten gefährdet werden konnten. Gänzlich unsichtbar ist der gleichzeitig mit den Aussenarbeiten vorgenommene Ersatz der Kanalisation und der Wasserzuleitung, die Abdichtung der Fundamente und das Verlegen neuer Sickerleitungen zur Verhinderung aufsteigender Feuchtigkeit.
Solide Finanzierung
Besonders stolz zeigt sich Fraktionsgemeindepräsident Janki darüber, dass die ganze, rund 700000 Franken teure Renovation vollumfänglich aus Rückstellungen bezahlt werden konnte und dass das historische Haus nach wie vor hypothekarisch nicht belastet ist. Auch in diesem Sinne steht die «Villa Vecchia» als Beispiel dafür, dass Altes durchaus beständiger als Neues sein kann.
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